Pute oder Truthahn? Hinter diesen Begriffen steckt ein Tier, das in Deutschland heute vor allem als Geflügel bekannt ist, dessen Geschichte aber weit über die moderne Landwirtschaft hinausreicht. Die Pute ist die domestizierte Form des Truthuhns und wird wissenschaftlich als Meleagris gallopavo f. dom. beschrieben. Sie gehört zur Ordnung der Hühnervögel und zur Familie der Truthühner. Ihre Wildform stammt ursprünglich aus Nordamerika und Mexiko; domestizierte Linien gehen auf dort verbreitete Wildtruthühner zurück.
Im Lebensmitteleinzelhandel wird häufig die helle Putenbrust angeboten. Putenfleisch ist jedoch nicht nur weiß. In den Schenkeln und Flügeln befindet sich eher rötliches Fleisch. Die verschiedenen Farben des Fleisches hängen mit der Höhe des Myoglobins (= der Eiweißstoff wird in der Herz- und Skelettmuskulatur gebildet und dient der Sauerstoffspeicherung in der Muskulatur) im Fleisch zusammen. Für die Betätigung der Muskeln im Körper wird Sauerstoff benötigt. Dieser gelangt mit dem roten Stoff Myoglobin zu den Muskeln. Da Körperteile wie Flügel und Schenkel stärker beansprucht werden als die Muskeln in der Brust, ist hier auch mehr Sauerstoff nötig. Das Fleisch ist dunkler.
Das Putenfleisch erfreut sich einer großen Beliebtheit, da es als eher fettarm gilt und weniger Nahrungsenergie enthält. Der Proteingehalt ähnelt dem von Rind- und Schweinefleisch – zwischen 17 und 25 Prozent.
In den USA kommt traditionell zum Thanksgiving Fest (ähnlich dem deutschen Erntedankfest) der Truthahn auf den Tisch.
Unterschied zwischen Pute und Truthahn
Der Unterschied zwischen Pute und Truthahn liegt weniger in der Art als in der Verwendung der Begriffe. Biologisch gehören beide zur Art Meleagris gallopavo.⁵ Die Pute ist die domestizierte Form, während „Truthuhn“ oder „Truthahn“ stärker mit der Wildform beziehungsweise dem männlichen Tier verbunden ist.
Für Verbraucher:innen ist wichtig: Wenn im Supermarkt Putenfleisch oder Truthahnfleisch angeboten wird, handelt es sich in der Regel um Fleisch derselben Tierart. Die Begriffe beschreiben also nicht zwei verschiedene Geflügelarten, sondern unterschiedliche sprachliche Perspektiven auf dasselbe Tier. Die wissenschaftlich saubere Bezeichnung für das Nutztier lautet Haustruthuhn.
Männliche Pute, Puter und Truthahn
Eine männliche Pute wird korrekt als Puter oder Truthahn bezeichnet. Der Puter ist meist größer und schwerer als die weibliche Pute. In der Zucht und Haltung wird zwischen männlichen und weiblichen Tieren unterschieden, weil sie sich unterschiedlich entwickeln und unterschiedliche Anforderungen an Fütterung und Haltung haben können.

Beim männlichen Tier, dem Puter oder Truthahn, fällt besonders der fleischige Hautlappen über dem Schnabel auf. Dieser wird als Karunkel bezeichnet und kann sich bei Erregung oder Aufregung intensiv rot färben. Auch das Gefieder ist auffällig: Truthühner besitzen lange, dunkle Schwanzfedern, die der Puter bei der Balz fächerförmig aufstellen kann. Das Federkleid männlicher Tiere schimmert je nach Lichteinfall in verschiedenen Farbtönen – von Bronze und Kupfer über Grün und Violett bis hin zu goldenen Reflexen.
Weiblicher Truthahn: Pute, Puthenne oder Truthenne?
Der Begriff „weiblicher Truthahn“ ist umgangssprachlich verständlich, fachlich aber etwas ungenau. Korrekt ist: Das weibliche Tier heißt Pute, Puthenne oder Truthenne. Wenn also von einer weiblichen Pute die Rede ist, ist damit die Henne des Haustruthuhns gemeint.

Weibliche Tiere sind in der Regel kleiner und leichter als Puter. Aus ihren Eiern schlüpfen die Putenküken. Die weiblichen Truthühner legen ihre Eier nicht immer einzeln ab, sondern bilden zur Brutzeit häufig gemeinsame Nistgemeinschaften. In solchen Gruppen teilen sich meist mehrere Hennen ein Nest und bebrüten zusammen ein Gelege. Nach dem Schlupf sind die ersten Wochen besonders prägend: Die Küken lernen in dieser Zeit, sich an den erwachsenen Tieren und den anderen Jungtieren zu orientieren. Gleichzeitig entwickeln sie ihr Fressverhalten und erkennen, welches Futter für sie geeignet ist. Bis etwa zur sechsten oder siebten Lebenswoche bleiben die Jungtiere in der Nähe der Hennen. Danach werden die Gruppenstrukturen größer; mehrere Hennen mit ihren Küken können sich zu sogenannten Brutherden zusammenschließen.
Putenrassen und Farbschläge
Putenrassen werden in Deutschland und Europa häufig nach Herkunft, Gewichtsklasse und Farbschlag unterschieden. Es werden unter anderem die Blaue Pute, Bronzepute, Cröllwitzer Pute und Gelbe Pute als einzelne Rassen beziehungsweise Farbschläge gezählt.
Zu den bekannten Farbschlägen gehören unter anderem:
- Bronzepute
- Cröllwitzer Pute
- Schwarze Pute
- Weiße Pute
- Gelbe Pute
- Blaue Pute


Für Deutschland sind traditionelle Putenrassen auch aus Sicht der tiergenetischen Ressourcen relevant. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung führt in der offiziellen Übersicht einheimischer Nutztierrassen mehrere Putenrassen beziehungsweise Farbschläge. Die Rote Liste der BLE dient dazu, Bestandszahlen und Gefährdungsstatus einheimischer Nutztierrassen zu dokumentieren.
Wie werden Puten in Deutschland gehalten?
Die Putenhaltung ist eine typische Bodenhaltung, d.h. die Tiere werden in großen Stallanlagen gehalten. In diesen Stallungen sollten die Tiere so viel Platz haben, dass sie sich frei bewegen können. Puten werden überwiegend auf einer Stroheinstreu gehalten und eine Luftschiene regelt die Frischluft und den Lichteinfall. Die Hennen und Hähne werden getrennt gehalten. Dies hängt damit zusammen, dass sie sich unterschiedlich entwickeln und verschiedene Bedürfnisse an die Haltung und Fütterung stellen.
Puten sind sehr neugierig und freuen sich, wenn sie Beschäftigungsmaterial zur Verfügung bekommen. In den Haltungsformen 3 und 4 haben die Puten ständigen Zugang zum Außenklimabereich bzw. zu einem Freigelände.

Fazit: Die Pute ist mehr als nur Geflügelfleisch
Die Pute ist ein traditionsreiches Haus- und Nutztier mit Ursprung in Nordamerika und Mexiko. Fachlich handelt es sich um das domestizierte Haustruthuhn, während Begriffe wie Truthahn, Puter, Puthenne oder Truthenne vor allem Geschlecht und Sprachgebrauch genauer einordnen.
Für Verbraucher:innen ist die Pute vor allem als mageres, eiweißreiches Geflügel bekannt. Gleichzeitig lohnt sich ein genauer Blick auf Herkunft, Rassenvielfalt, Haltung und Zucht. Denn die Pute steht nicht nur für ein beliebtes Lebensmittel, sondern auch für Fragen rund um Tierwohl, genetische Vielfalt und verantwortungsvolle Landwirtschaft.
FAQ
Wie werden Puten in Deutschland gehalten?
Die Putenhaltung ist eine typische Bodenhaltung, d.h. die Tiere werden in großen Stallanlagen gehalten. In diesen Stallungen sollten die Tiere so viel Platz haben, dass sie sich frei bewegen können. Puten werden überwiegend auf einer Stroheinstreu gehalten und eine Luftschiene regelt die Frischluft und den Lichteinfall. Die Hennen und Hähne werden getrennt gehalten. Dies hängt damit zusammen, dass sie sich unterschiedlich entwickeln und verschiedene Bedürfnisse an die Haltung und Fütterung stellen.
Puten sind sehr neugierig und freuen sich, wenn sie Beschäftigungsmaterial zur Verfügung bekommen. In den Haltungsformen 3 und 4 haben die Puten ständigen Zugang zum Außenklimabereich bzw. zu einem Freigelände.
Was ist gesünder: Huhn oder Pute?
Beide Fleischarten sind eiweißreich und fettarm. Pute und Huhn unterscheiden sich ernährungsphysiologisch nur in Details, etwa bei einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen.
Ist Pute und Truthahn das Gleiche?
Ja, im Alltag werden Pute und Truthahn oft für dasselbe Tier verwendet. Fachlich ist die Pute die domestizierte Form des Truthuhns, während Truthahn auch das männliche Tier bezeichnen kann.
Quellenverzeichnis
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haltungsform.de, Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH (Haltungsform.de) (Stand 01.06.2026)
fleischerei.de, Die Fleischerei / Barbara Krieger-Mettbach (Stand 01.06.2026)