Landwirtschaft

Unter Landwirtschaft versteht man im engeren Sinne die Bewirtschaftung von Ackerflächen und das Halten von landwirtschaftlichen Tieren mit dem Ziel, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. Aus diesem Grund wird hierbei auch von der „Urproduktion“ gesprochen. Im weiteren Sinne werden die Forstwirtschaft, Gartenbau einschließlich Zierpflanzen- und Gemüsebau, Obstbau sowie weitere Bereiche wie Fischerei, Jagd und landwirtschaftliche Nebengewerbe (z. B. Molkerei, Brennerei, Kellerei) hinzugezählt.

Die räumliche Verteilung der landwirtschaftlichen Produktion, die Intensität der Landbewirtschaftung an den verschiedenen Standorten und die unterschiedlichen Betriebsstrukturen sind das Resultat einer nicht „freien“ Standortwahl.  Die Landwirtschaft ist immer mit einer Standortentscheidung verbunden, die zum großen Teil von regionalen und strukturellen Bedingungen abhängt.

Agrarstrukturkarte

Die Agrarstrukturkarte (hier sehr vereinfacht dargestellt) spiegelt die den Aufbau und die innere Gliederung der Landwirtschaft in einer Region oder einem Land wieder. Dazu gehören zum Beispiel Anbaustrukturen und Produktionsweisen ebenso wie Produktivitätskennzahlen oder die regionale Verteilung der Produktion.

Die Icons stehen für die stärksten Regionen Deutschlands, in denen die jeweilige Frucht kultiviert und Tierarten gehalten werden:

  • Winterweizen: Anbau > 42% -86 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche
  • Körnermais: Anbau > 46 – 98 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche
  • Kartoffeln: Anbau > 28-49 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche
  • Raps: Anbau > 24 – 44 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche
  • Zuckerrübe: Anbau > 15-23% der landwirtschaftlich genutzten Fläche
  • Wein: Anbau > 46-99% der landwirtschaftlich genutzten Fläche
  • Hopfen wird in Bayern mit 16800 Hektar angebaut, was über einem Drittel der Welthopfenernte entspricht!
  • Obstbau: > 8000 ha Obst werden insgesamt in Deutschland jährlich kultiviert
    – Baden-Württemberg hat mit 23708 ha Obstbau in 5146 Betrieben somit 32% der gesamten deutschen Obstbaufläche und 47% der obstanbauenden Betriebe
    – Erdbeeren werden zu 91 % im Landkreis Vechta mit 1726 ha angebaut
  • Milchviehhaltung: > 2,85 – 7,15 GV pro ha landwirtschaftlich genutzte Fläche
  • Rindermast: > 0,39-0,83 GV pro ha landwirtschaftlich genutzte Fläche
  • Schweinemast: > 1,27 – 2,42 GV pro ha landwirtschaftlich genutzte Fläche
  • Mastgeflügelhaltung: > 13,54 – 22,46 GV pro ha landwirtschaftlich genutzte Fläche
  • Legehennenhaltung: > 2,75 – 3,53 GV pro ha landwirtschaftlich genutzte Fläche

Für Tierhaltungsbetriebe ist die Anzahl der Großvieheinheiten (GV) und der Flächenbesatz in GV pro Hektar eine wichtige Kennzahl. Dabei entspricht 1 GV = 500 kg Lebendgewicht. Dies entspricht ca. dem Gewicht eines ausgewachsenen Rindes.

Demnach hat ein Kalb 0,4 GV, eine junge Kuh bis zur ersten Abkalbung 0,6 GV, ein Eber 0,3 GV, ein Mastschwein 0,16 GV, ein Ferkel 0,01 GV, ein Pferd 1 GV, ein Schaf 0,1 GV und etwa 333 Legehennen entsprechen 1 GV.

Die Wertschöpfungskette Fleisch – in der Vergangenheit und Zukunft – geprägt von Innovations- und Transformationsprozessen, sieht sich zunehmend in der Verantwortung, Konzepte und Lösungsansätze zu entwickeln, die alle Dimensionen der Nachhaltigkeit adressieren: die ökonomische, die ökologische und die soziale.

Letztlich auch deshalb, um die traditionell vorherrschenden Familienunternehmen- und betriebe in der gesamten Kette zu erhalten.