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Zerstört der Fleischexport das Klima?

Bei der Schlachtung eines Tieres fallen neben den Schlachtabfällen verschiedene essbare Teilstücke an, welche nicht gleich gut vermarktet werden können. Beispielsweise liefert ein Schwein 35 Kilogramm Bratwürste, Steak und Rippchen. Aber an einem Schwein ist viel mehr als das, was in Deutschland gerne konsumiert wird. Die Schweinenasen und Pfötchen werden hierzulande kaum gegessen. In Asien hingegen gelten sie als Delikatesse. Der Fleischexport liefert somit die Möglichkeit, das Tier von der Nase bis zum Schwanz zu verwerten. Doch welchen Einfluss hat der globale Handel auf die Tierhaltung im Importland und zerstört der Fleischexport das Klima?

Mythos – der Fleischexport zerstört die Tierhaltung im Importland?

In Deutschland beträgt der Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch über 130 Prozent. Zusätzlich werden 30 Prozent Schweinefleisch importiert. Dies hängt mit der Esskultur zusammen.

Aufgrund dessen, dass jedes Land der Welt eine andere Esskultur hat, kommt es dazu, dass überall andere Teilstücke eines Tieres nachgefragt werden. Während wir in Deutschland z. B. gerne Schnitzel essen, wird in China nach Möglichkeit die Schweinepfote, das Schweineohr oder die Schweineschwarte gegessen.

Rein rechnerisch können die Chinesen sich aber nicht selbst mit Schweinepfoten versorgen. Es kämen pro Jahr nur drei Pfoten auf einen Chinesen. So kommt es zu einer Win-Win-Situation, denn für die bestmögliche und nachhaltige Wertschöpfung des in Deutschland geschlachteten Tieres wird das Ziel verfolgt, alle Teile als hochwertiges Lebensmittel zu verwerten. Die Teile, welche in Deutschland nicht konsumiert werden, gehen in den Fleischexport und dienen in China als nachgefragte Delikatesse.

Damit eine vollständige Verwertung des Schlachttieres erlangt wird, müssen alle verwertbaren Teile des Tieres verwertet werden. Das gelingt nur, wenn die in Deutschland weniger nachgefragten Teilstücke des Tieres exportiert werden.

Fleischexport Klima Verwertung

Hinzu kommt, dass aufgrund der Vorlieben der deutschen Bürger:innen für besondere Teile des Schweines 30 Prozent des Schweinefleisches fehlen, um den Bedarf in Deutschland zu decken. So wurde etwa ein Viertel der in Deutschland nachgefragten Menge an Schweinefleisch 2021 aus dem Ausland eingeführt – vor allem aus Belgien, Dänemark und den Niederlanden. Die Gründe hierfür sind vielfältig, ein Hauptgrund sind die geringeren Produktionskosten. Zudem steigen die Betriebsausgaben von Schweinehaltern in Deutschland, da die Tierhalter seit über 10 Jahren auf eine zuverlässige Wirtschaftsgrundlage durch die Politik warten.

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5tes Viertel:

Die gewerblichen Schlachtunternehmen in Deutschland haben 2021 7,6 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Üblicherweise wird ein Schlachtkörper in zwei vordere und zwei hintere Viertel zerteilt. Es bleibt trotzdem eine ganze Menge übrig. Teile wie das Fell, das Fett, die Füße, die Hörner, die Innereien, die Knochen, der Kopf, die Ohren und der Schwanz werden als fünftes Viertel bezeichnet. Bei Rindern mit einem Schlachtgewicht von rund 335 Kilogramm liegt die Schlachtausbeute bei rund 50-60 Prozent und bei Schweinen mit einem Schlachtgewicht von rund 120 Kilogramm liegt die Ausbeute bei 75 bis 80 Prozent. Die restlichen Prozentsätze werden zu dem fünften Viertel gezählt.

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Die tierischen Nebenprodukte werden nach dem Grad der von ihnen ausgehenden Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier in drei Risikokategorien eingeteilt und müssen vom Anfall bis zur Verwertung strikt getrennt bleiben.

Zur ersten Kategorie werden alle Teile mit einem erhöhten Risiko gezählt. In der zweiten Kategorie werden alle Teile aufgezählt, die ein mittleres Risiko aufweisen. Lebensmitteltauglich sind ausschließlich Materialien der Kategorie drei.

Schlachtnebenprodukte Kategorien

Beispielsweise fallen Schlachtprodukte, die von den Veterinärbehörden im Rahmen der Fleischbeschau als entsorgungspflichtig eingestuft wurden, in die Kategorie eins. 

Zur zweiten Kategorie gehören zum Beispiel der Pansensaft und die Darminhalte sowie diverse Reststoffe aus der Wasseraufbereitung. 

Materialien mit geringem Risiko werden z. B. als Fette in der Oleochemie oder als Ersatz für Palmfett (Back-, Brat- und Streichfette) eingesetzt, aber auch für die Herstellung von Nutz- und Heimtierfutter weiterverwendet.

Alle tierischen Nebenprodukte aus der dritten Kategorie werden weiterverwendet. So wird beispielsweise aus den Knochen Klaviertasten oder sehr proteinreiches Knochenmehl für Haustierfutter hergestellt. Aus der Haut werden verschiedene Lederprodukte gemacht. Und das Fett dient der Herstellung von Kerzen und Kosmetika oder wird für die Biodieselherstellung verwendet.

Gewicht geschlachtetes Rind

Mythos – Importiertes Fleisch ist besser als Regionales:

Aufgrund der fruchtbaren Böden und des guten Klimas wird Deutschland von Fachleuten als sogenannter „Gunststandort“ für die landwirtschaftliche Produktion bezeichnet. Hohe Erträge und eine gute Qualität der erzeugten Lebens- und Futtermittel sind die Folge.

Fleischexport vollständige Verwertung

Besonders gute Qualitäten bietet deutsches Fleisch. Denn bei regionalem Fleisch wird auf die Nachhaltigkeitskriterien für die Umwelt und das Wohl für Mensch und Tier geachtet. Wer regional und vielfältig einkauft, schont die Umwelt und unterstützt die hiesige Landwirtschaft.

Der Mythos, dass südamerikanisches Rindfleisch besser sei als deutsches, beruht auf der Tatsache, dass hier nicht die Herkunft, sondern die Zeit der Fleischreifung als Kriterium genommen wird. Nachdem das Tier geschlachtet wurde, setzt die Totenstarre ein, welche sich nach 36 Stunden zu lösen beginnt. Hiermit beginnt die Fleischreifung, bei der Enzyme frei werden. Diese Enzyme sorgen dafür, dass die Strukturen von Muskelfasern sich auflösen und das Fleisch weicher wird. Bei diesem Vorgang werden Aminosäuren abgebaut, was für die Ausbildung des Fleischaromas sorgt. Der Prozess erfolgt bei Temperaturen von -1 bis 2 Grad Celsius. Aufgrund der Tatsache, dass Rindfleisch aus z. B. Südamerika über den Schiffsweg mehrere Wochen unterwegs ist, hängt es lange ab, wodurch das schöne Aroma entsteht.


Durch den Fleischexport wird die vollständige Verwertung des geschlachteten Tieres sichergestellt. Die verschiedenen Essgewohnheiten führen dazu, dass in Deutschland eher die Edelteile gegessen werden, während z. B. in China die Pfötchen und Öhrchen als Delikatesse gelten. Ein weiteres Beispiel liefern die Niederlande, die als Abnehmer der Organe genannt werden können.

Das der Export die Tierhaltung im Importland zerstört, kann widerlegt werden. Denn es werden die Teile exportiert, bei denen im Importland die Nachfrage höher ist als das Angebot. Beispielsweise kämen pro Jahr nur drei Pfoten auf einen Chinesen. Damit können die Chinesen sich nicht selbst versorgen.

Neben dem Export der Fleischteile aus Deutschland werden Edelteile nach Deutschland importiert, um die Nachfrage nach den Edelteilen wie z. B. Schnitzel, Steak und Filet decken zu können.

Ebenso kann der Mythos, dass importiertes Fleisch besser ist als regionales widerlegt werden, da bei regionalem Fleisch auf die Nachhaltigkeitskriterien für die Umwelt und das Wohl für Mensch und Tier geachtet wird.

Der Mythos, dass südamerikanisches Rindfleisch besser sei als deutsches, beruht auf der Tatsache, dass hier nicht die Herkunft, sondern die Zeit der Fleischreifung als Kriterium genommen wird. Aufgrund dessen, dass Rindfleisch aus z. B. Südamerika über den Schiffsweg mehrere Wochen unterwegs ist, hängt es lange ab und bekommt das schöne Aroma. Die Fleischqualität wird also auch stark durch den Zeitraum des Abhängens bestimmt.


Quellen:

Besserfleisch: Wie viel Filet bekommt man aus einem Rind? (Stand: 24.05.2022)

BLE: Warum importiert Deutschland so viel Schweinefleisch? (Stand:24.05.2022)

BMEL: Kategorisierung von tierischen Nebenprodukten (Stand: 08.06.2022)

Der Ludwig: Was passiert eigentlich bei der Fleischreifung? (Stand: 20.07.2022)

Destatis: Außenhandel (Stand: 19.05.2022)

Destatis: Fleischproduktion 2021 um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr gesunken (Stand: 23.05.2022)

Destatis: 26,8 % aller Schweinefleisch-Exporte gingen im 1. Halbjahr 2020 in die Volksrepublik China (Stand: 24.05.2022)

FML: Verbrauchermonitor (Stand: 27.06.2022)

FokusFleisch: Rinder und Schweine liefern so viel mehr als Fleisch (Stand: 24.05.2022)

fuchsesbauernhof: Das 5. Viertel (Stand: 23.05.2022)

LfL: 12. Marktforum der LfL am 09.10.2018: „Das ‚fünfte‘ Viertel“ (Stand: 23.05.2022)

LfL: Das 5. Viertel beim Rind Vermarktung, Verwertung, Entsorgung (Stand: 08.06.2022)

Statista: Rangfolge der wichtigsten Handelspartner Deutschlands nach Wert der Exporte im Jahr 2021 (Stand: 19.05.2022)

Statista: China: Export von Gütern von 2011 bis 2021 (Stand: 19.05.2022)

Statista: Exporte aus Deutschland nach Güterabteilungen (Top 15) im Jahr 2021 (Stand: 19.05.2022)

Statista: Durchschnittliches Schlachtgewicht von Rindern und Kälbern in Deutschland in den Jahren 1900 bis 2021 (Stand: 23.05.2022)

Statista: Wert der deutschen Exporte und Importe von November 2021 bis November 2022 (Stand: 24.05.2022)

Statista: Import von Schweinefleisch nach Deutschland in den Jahren 2000 bis 2021 (Stand:24.05.2022)

Statista: Produktion von Rindfleisch in Deutschland in den Jahren 1993 bis 2021 (Stand: 24.05.2022)

Statista: Pro-Kopf-Konsum von Rind- und Kalbfleisch in Deutschland in den Jahren 1991 bis 2021 (Stand: 24.05.2022)

Statista: Export von Rindfleisch aus Deutschland nach Abnehmerregionen in den Jahren 2012 bis 2020 (Stand:24.05.2022)

Statista: Import von Rindfleisch nach Deutschland nach den wichtigsten Herkunftsländern im Jahr 2021 (Stand: 24.05.2022)

Timocom: Export (19.05.2022)

Timocom: Import (Stand: 19.05.2022)

Topagrar: Nur ein Drittel des Rindes als Fleisch nutzbar (Stand: 01.06.2022)

UBA: Schlachtbetriebe und Verwertung tierischer Nebenprodukte (Stand: 08.06.2022)

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