Landwirtschaft Wertschöpfung

Tiere nachhaltig halten? – Ab auf die Weide?!

Die Tierhaltung steht in der Kritik. Häufig wird der Ausstoß der Klimagase als ein Argument gegen die Haltung von Tieren und hier besonders von Rindern genannt. Wir sprechen über das Thema „Tiere nachhaltig halten“.

Betrachtet man jedoch die Effekte auf das Klima von Dauergrünlandflächen, welche durch Weidetiere bewirtschaftet werden, zeigt sich, dass wir es hier auch mit Klimarettern zu tun haben.

Weitere Informationen zu Dauergrünland findet ihr unter:

Tiere nachhaltig halten im Dauergrünland

Was genau die Weidehaltung nachhaltig macht, beleuchtet der folgende Beitrag:

Was ist Weidehaltung? 

Weltweit gibt es Flächen, auf denen kein Ackerbau betrieben werden kann. Hier können jedoch Tiere gehalten werden. Diese wandeln das Gras sowie die Kräuter in für den Menschen wertvolle Lebensmittel um.

Weitere Informationen zur Weidehaltung findet ihr hier: https://landschafftwerte.de/wieso-haelt-man-tiere-auf-weiden/

Was wird an der Weidehaltung kritisiert?

In Diskussionen über das Klima wird über die Treibhausgase gesprochen.1

Das am meisten ausgestoßene Treibhausgas in der Landwirtschaft ist das Methan, welches Wiederkäuer bei der Verdauung produzieren. Methan entsteht immer, wenn z.B. Gras unter Luftausschluss abgebaut wird – wie es bei der Verdauung der Fall ist. Ca. 60 Prozent des in Deutschland anfallenden Methans stammen aus der Landwirtschaft und davon ca. 75 Prozent entstehen bei der Verdauung der Rinder.2

Damit steht die Rinderhaltung in der Kritik dem Klima zu schaden, da Methan auch ca. 25 Mal stärker auf das Klima wirkt wie CO2.

Bleibt das Methan in der Atmosphäre?

Ist das wirklich so? Fest steht, dass  das ausgestoßene Methan in einem Kreislauf eingebunden ist und quasi wiederverwertet wird. Dieser Methankreislauf sieht wie folgt aus:

Die Rinder fressen das Gras der Weide und verdauen dieses. Bei der Verdauung werden Teile des Kohlenstoffes aus dem Gras in Methan umgewandelt. Das Methan entweicht z.B. über das bekannte Rülpsen beim Wiederkäuen aus der Kuh in die Atmosphäre. Hier verbleibt es allerdings nicht, sondern wird innerhalb von 12 Jahren in der Atmosphäre zu Kohlendioxid abgebaut. Pflanzen benötigen Kohlendioxid für ihr Wachstum. In der Pflanze wird das Kohlendioxid zu Kohlenstoff und Sauerstoff gespalten. Den Sauerstoff geben die Pflanzen in die Atmosphäre ab. Den Kohlenstoff nutzen die Pflanzen für ihr Wachstum. Fressen die Rinder nun die Pflanze, nehmen sie auch den Kohlenstoff auf. Der Kreislauf beginnt von vorne.2

Treibhausgaseinsparung durch Weidehaltung? 

Eine Weide mit Kräutern kann den Methanausstoß der Rinder positiv beeinflussen. Fressen Rinder Kräuter, können diese den Abbau der Proteine verlangsamen und damit die Ansammlung der Gase im Verdauungstrakt reduzieren.3

Zudem sind Weiden wichtige Treibhausgassenken: Die NASA hat in einem Pilotprojekt die Klimagas-Emissionen der Länder erfasst und dabei aufzeigen können, dass Weideflächen als Kohlenstoffsenken dienen.4 Weiden sind zum überwiegenden Teil Dauergrünland, welches durch seinen hohen Humusanteil große Mengen an Kohlenstoff enthält und diesen dadurch der Atmosphäre entzieht.


Die Weidehaltung ist eine nachhaltige Möglichkeit, Grünland zu bewirtschaften.

Aufgrund dessen, dass Grünlandflächen als Kohlenstoffsenken dienen, sind sie gut für unser Klima.

Häufig wird jedoch die Bewirtschaftung der Weiden durch Rinder kritisiert. Diese stoßen Methan aus, welches dem Klima schadet. Wie bereits erwähnt, bleibt in der Weidehaltung das Methan in einem Kreislauf. Behalten die Rinderherden in Deutschland eine gleichbleibende Größe, belastet der Methankreislauf das Klima nicht zusätzlich.

Zudem können Weidepflanzen positive Auswirkungen auf die Methanproduktion beim Rind haben.


1 UBA: Die Treibhausgase (Stand: 15.05.2023)

2 BRS: Regenerativer Methankreislauf in der Rinderfütterung (Stand: 15.05.2023)

3 BIZ: Leguminosen und Kräuter sind für Rind und Klima gut (Stand: 10.05.2023)

4 BRS: Weideflächen als kohlenstoffabsorbierende Senken – Pilotprojekt der NASA erfasst CO2-Emissionen der Länder (Stand: 10.05.2023)

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