„Erde, Arbeit, Leidenschaft – Menschen, Hoffnungen und Perspektiven aus der Landwirtschaft“: Unter diesem Titel hörten die Gäste des Abends die Schwestern Pia und Kim Münster bei ihrer Lesung mit anschließender Podiumsdiskussion im Kulturbahnhof Cloppenburg. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem Tee-Tasting der Firma Bünting, das bei den Gästen großen Zuspruch fand – schließlich passen Tee und Bücher seit jeher hervorragend zusammen und schaffen eine besondere Atmosphäre für intensive Gespräche und Begegnungen. Der Abend wurde gemeinsam von LAND.SCHAFFT.WERTE. e.V. und dem Agrar- und Ernährungsforum Nord-West organisiert und zog zahlreiche Gäste aus der Region an.
Das im Oktober 2025 bei Hanser erschienene Buch schaffte die Grundlage für eine angeregte Diskussion zum Generationenwechsel in der Landwirtschaft. Die promovierte Agrarbiologin Pia Münster und die Dokumentarfilmerin Kim Münster führten das Publikum durch authentische Porträts landwirtschaftlicher Betriebe – von der Gurkenkultur über die Schweinemast bis zur Forellenzucht. Sie zeigen die Kreativität und Bandbreite dessen, was in der Landwirtschaft passiert, was hinter „Trecker fährt über Feld“ steckt und machte die Realität der Menschen auf den Höfen greifbar.
Im Anschluss an die Lesung diskutierten die Autorinnen mit Wiebke Wennemer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Stephan Schneider vom Bundesverband Rind und Schwein und sowie mit Regine Schramm vom NDR Oldenburg über die Herausforderungen und die Bilder der Höfe in Deutschland. Dr. Henrike Meyer zu Devern, Geschäftsführerin von LAND.SCHAFFT.WERTE. e.V., betonte in ihrer Moderation die gesellschaftliche Dimension und Vielfalt des Themas. Wiebke Wennemer, sozioökonomische Beraterin und Mediatorin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, brachte ihre langjährige Erfahrung aus der Beratungspraxis ein und zeigte auf, welche finanziellen und vor allem zwischenmenschlichen Aspekte bei der Hofübergabe eine Rolle spielen. Die Diskussion machte deutlich: Erfolgreiche Hofnachfolge braucht mehr als juristische Verträge – sie braucht frühzeitige Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und den Mut, auch unbequeme Themen anzusprechen.
„Landwirtschaft ist systemrelevant für unsere Gesellschaft. Die Frage der Hofnachfolge geht uns deshalb alle an – nicht nur die betroffenen Familien“, betonte Dr. Henrike Meyer zu Devern. „Wir brauchen einen gesellschaftlichen Dialog darüber, wie wir die Zukunft unserer regionalen Landwirtschaft gemeinsam gestalten wollen.“
Wiebke Wennemer ergänzte: „Das Miteinander der Generationen verändert sich. Wir erleben in der Beratung zunehmend, dass Familien bewusster miteinander ins Gespräch gehen und gemeinsam nach Lösungen suchen. In diesem bewussten Austausch liegt sehr viel Potential, Innovation und Zukunft gut zu gestalten. Es ist ermutigend zu sehen, wie viele junge Menschen mit frischen Ideen und modernen Ansätzen die Betriebe ihrer Eltern weiterentwickeln wollen – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“











